Winterzeit ist Teezeit

Die Temperaturen fallen, am liebsten macht man es sich drinnen – entweder allein, mit Familie oder Freunden – gemütlich. Ideal zum Aufwärmen nachdem man aus der Kälte kommt ist eine Tasse heißer Tee!

Unter Tee kennen wir hunderte verschiede Sorten und Geschmacksrichtungen. Der eigentliche “echte” Tee stammt allerdings allein von der Teepflanze (Camellia sinensis), die zur Gattung der Kamelien zählt. Nur die Produkte dieser Pflanze werden als echter Tee bezeichnet – dies sind z.B. Grüner Tee, Schwarzer Tee, Weißer Tee und Oolong. Je nach Zeitpunkt des Pflückens und der Verarbeitung entstehen diese verschiedenen Sorten. Ähnlich wie beim Wein, tragen auch hier die Lage der Plantagen, das Klima, der Boden und weitere Faktoren zum Aroma eines Tees bei.

Alle anderen “Teesorten” sind eigentlich heiße Aufgüsse verschiedener Pflanzen, Früchte oder Kräuter (engl. infusion). Neben der aufwärmenden Wirkung einer heißen Tasse Tee, bieten die verschiedenen Sorten noch weitere – besonders in der Erkältungszeit hilfreiche – Effekte.

Heute wollen wir Euch eine Auswahl von Tees bzw. Aufgussgetränken und ihre heilenden Wirkungen vorstellen:

Schwarzer Tee enthält als Wirkstoffe unter anderem Koffein, Gerbstoffe und Fluoride. Das Koffein wirkt anregend auf den Kreislauf, die Konzentration kann sich verbessern und Müdigkeitserscheinungen beseitigt werden. Gerbstoffe helfen bei leichtem Durchfall und verdorbenem Magen, da sie die Schleimhäute verdichten und so die Wasserabgabe in den Darm hemmen. Vorbeugend gegen Karies und Osteoporose wirkt der hohe Anteil an Fluoriden, da diese die Remineralisierung von Knochen und Zähnen, z.B. mit Kalzium, fördern und die Säurebildung durch Bakterien im Mund hemmen.

Grüner Tee hat einen niedrigeren Koffeingehalt als Schwarzer Tee, dafür aber einen sehr viel höheren Gehalt an Polyphenolen. Diese sollen durch die Bindung von freien Radikalen eine krebsvorbeugende Wirkung haben und können vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen (1). Für eine gesundheitsfördernde Wirkung sollten zwischen 4 und 10 Tassen am Tag getrunken werden.

Salbei-Tee: Der Name Salbei leitet sich vom Lateinischen salva ab, was “heilen” bedeutet – dies scheint also eine vielversprechende Pflanze zu sein! Auch im Salbei kommen Gerb- und Bitterstoffe vor, welche eine wohltuende Wirkung bei Durchfall und Magenbeschwerden haben. Weiterhin enthält Salbei Flavonoide, die entzündungshemmend wirken und zu den effektivsten Antioxidantien gehören. Salbeitee kann deshalb z.B. bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet werden. Im Winter eher ein seltenes Problem: Aber Salbei hilft auch gegen übermäßiges Schwitzen.

Der Klassiker: Pfefferminz-Tee. Pfefferminze hat einen hohen Anteil des ätherischen Öls Menthol. Dieses wirkt belebend, weshalb Pfefferminz-Tee als guter Ersatz zu Kaffee eingesetzt werden kann. Durch seine durchblutungsfördernde Wirkung kann Pfefferminz-Tee auch bei Spannungskopfschmerzen und Migräne helfen. Mit Honig zusammen hilft er bei Erkältung, da durch die eingeatmeten ätherischen Öle, die Durchblutung der Nase angeregt wird und diese dadurch wieder frei wird. Hilfreich bei Verdauungsbeschwerden ist er durch die entkrampfende Wirkung der ätherischen Öle.

Fenchel enthält ebenfalls ätherische Öle (Anethol und Fenchon) sowie Flavonoide. Auch Fenchel-Tee hat aufgrund der ätherischen Öle eine krampflösende Wirkung und wird deshalb bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Eine wichtige Eigenschaft ist auch die Schleimlösung, weshalb Fenchel bei Entzündungen der oberen Atemwege eingesetzt wird.

Vom Ingwer kennen wir den Wurzelstock als Gewürz oder Grundlage für Arzneimittel. Die Knolle enthält neben ätherische Ölen auch Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium und Natrium. Als Ingwer-Tee mit heißem Wasser aufgegossen, wirkt er verdauungsfördernd, magenstärkend, appetit- und kreislaufanregend. Ingwer-Tee ist deshalb hilfreich bei Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit.

 

Referenzen:

(1) Qadir MI (2017). Role of Green Tea Flavonoids and Other Related Contents in Cancer Prevention. Crit Rev Eukaryot Gene Expr. 2017;27(2):163-171

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