Osteopathie und die Frau

Gynäkologie

Der Begriff der Gynäkologie wurde im 19. Jahrhundert in den deutschsprachigen Raum eingeführt und befasst sich mit der Lehre von der Erkrankung, der Prophylaxe und der Therapie der weiblichen Geschlechtsorgane. Schulmedizinisch betrachtet zählt die Frauenheilkunde zu den operativen Fachgebieten der Medizin, mit den klassischen Operationen der Hysterektomie (Gebärmutterenternung), Tubenligatur (Eileiterunterbindug) und der ovariellen Cystektomie (Eierstockzystenentfernung). Jedoch beinhaltet dieses Fachgebiet auch konservative Behandlungsformen wie zum Beispiel die Hormonbehandlung, Maßnahmen der Kontrazeption (Empfängnisverhütung) und die Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch.

Lebensphasen der Frau

Die verschiedenen Lebensphasen einer Frau finden in der Osteopathie eine große Bedeutung. Die Osteopathie erfasst die Frau in ihrer Ganzheit und begleitet sie beim Heranwachsen von einem Mädchen, über die Pubertät bis hin zur Frau. In dieser Zeit durchläuft die Frau verschiedene Phasen des Wachstums mit emotionalen, physiologischen, hormonellen und psychischen Veränderungen. So können im Zuge dieser Veränderungen Schmerzen bei der Menstruation oder Störungen des Menstruationsrhythmuses auftreten. Hier hat die Osteopathie viele Behandlungsansätze. Viele Gynäkologen und Hebammen schätzen die Hilfe des Osteopathen bei bestehender Infertilität der Frau. So können Dysfunktionen der Gebärtmutter mit sanften Griffen gelöst werden. Aber auch im Rahmen der Normalisierung des Hormonsystems und des neuronalen Systems kann hier die Osteopathie unterstützend ansetzen.

Die postmenopausale Phase ist häufig mit tiefgreifenden körperlichen Veränderungen verbunden. Insbesondere der psychologische Aspekt steht hier im Vordergrund, da sich das Selbstbild, die Partnerschaft und die Lebensschwerpunkte verändern.

Geburtshilfe

Die Geburtshilfe oder auch Tokologie genannt, ist die Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Vorbereitung, Überwachung, Durchführung und Nachbehandlung der Geburt befasst. Sie ist ein Teilgebiet der Frauenheilkunde. Schon in der Antike wurde die Geburtshilfe bei Frauen als Kleinkunst überliefert. Laut dem römischen Schriftsteller Plinius sei Cäsar aus dem Mutterleib geschnitten worden und habe daher diesen Namen bekommen. Da aus dem Wort Caesar der Begriff Kaiser entstand, wurde aus der sectio caesarea das Wort Kaiserschnitt. Auch die Osteopathie begleitet schwangere Frauen im Rahmen der Geburtshilfe bis hin zur Entbindung.

In der Schwangerschaft kommt es häufig zu Kreuzschmerzen, Bewegungseinschränkungen und vermehrter Wasserbelastung in den Beinen, ursächlich können ein verdrehtes Becken sein oder aber eine verspannte Beckenbodenmuskulatur. Durch die Gewichtszunahme und Mehrbelastung der Wirbelsäule können Überbelastungen auftreten. Die Osteopathie hilft das allgemeine Wohlbefinden der werdenden Mutter zu steigern und den Ablauf der Geburt zu optimieren, in dem die knöchernen Blockaden aufgelöst werden, damit zum Beispiel der Fetus tiefer in das Becken treten kann.