Biomechanik Biodynmaik Morphodynamik

Von einigen Osteopathen gewählte Begriffe, um die unterschiedliche Betrachtung der Herangehensweise in der kraniosakralen Osteopathie/ Osteopathie zu unterscheiden.

Biomechanik

  • Erste Theorien von Sutherland in der Zeit von 1936 bis 1948
  • Die SSB wurde als der primäre Sitz von Dysfunktionen angesehen.
  • Mechanischer Ansatz: Knochen, Suturen, Membranen, Bewegungsachsen (sutural, membranös)
  • Definition der 5 Strukturen des PRM:
    • Motilität (inhärente Bewegung) des Gehirns und Rückenmarks
    • Fluktuation der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (LCS)
    • Mobilität (Beweglichkeit) der intrakranialen und intraspinalen Membranen
    • Mobilität der Schädelknochen
    • Unwillkürliche Mobilität des Sakrums zwischen den Beckenknochen
  • Untersuchung: insbesondere durch aktive Bewegungstestung, aber auch durch passive Wahrnehmung
  • Korrektur: mechanische Ausführung, der Therapeut führt die Korrektur aus.
  • Inhärente selbstregulative Kräfte wurden kaum erwähnt und definiert: kein Gebrauch der „potency“ oder des „Atems des Lebens“.

Biodynamik

  • Späte Theorien von Sutherland (ab 1948)
  • Dieser Begriff wird insbesondere von dem Osteopathen Jealous genutzt.
  • Inhärente selbstregulative und selbstkorrigierende Kräfte werden zur Korrektur benutzt, die eine Intelligenz, Entscheidungsfähigkeit und Zielgerichtetheit besitzen: siehe „Atem des Lebens“, „potency“.
  • Untersuchung: insbesondere durch passive Wahrnehmung
  • Korrektur: der Atem des Lebens usw. führt die Korrektur aus und lenkt diese. Der Therapeut fungiert eher als Fulcrum, durch das diese Kräfte wirken. Lenkung der „potency“ des LCS

Morphodynamik

  • Ein von Liem geprägter Begriff in der Osteopathie, zur Diskussion und Beschreibung von Einflüssen, Interaktionen und Gesetzmäßigkeiten der Dynamiken der Morphologie bzw. der morphologischen Dynamiken und die Anwendung dieser Erkenntnisse in der osteopathischen Praxis.
  • Die in der Evolution auftretende zunehmende Komplexität der materiellen Form geht einher mit einer zunehmenden Verfeinerung von Energien und innerlicher Bewusstheit: Je komplexer die grobstofflichen Formen, desto subtiler die begleitenden Energiemuster/-felder und desto größer die innerliche Bewusstheit.
  • In dieser phylo- wie ontogenetischen Dynamik ist die Materie (inkl. der an die Materie gebundenen Energiefelder) durchgängig präsent als das äußerlich Objektive bzw. die äußerliche Form bis zum höchsten innerlichen Subjektiven, dem höchstmöglichen Bewusstsein. Der objektiven Realität der Gewebestrukturen und der dazugehörigen Energien steht die subjektive Realität des inneren Bewusstseins gegenüber, eingebettet in interobjektive (soziobiologisches Umfeld) und intersubjektive (Kultur/Familie) Realitäten.
  • Um adäquat die „Ganzheit“ des Patienten zu behandeln, reicht es nicht aus, nur das Gewebekorrelat zu behandeln. Ebenso erforderlich ist die Fähigkeit, die auftretende innerliche Bewusstseinskomponente erfahren und berücksichtigen zu können.