Bissanomalien und Störungen des Kiefergelenks, kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Eine Vielzahl von Ursachen können zu Kiefergelenks- und Bissstörungen führen [7][8][9][10][11]: z.B. Veränderungen in der SSB durch Geburtstraumata oder Unfälle (mit der Folge asymmetrischer Kieferstellungen), Störungen des Os temporale, zahnchirurgische Eingriffe, psychische Anspannung mit Hypertonus der Kaumuskulatur. Eine differenzierte Befunderhebung des gesamten Körpers, auf- und absteigender myofaszialer Ketten, des Kiefergelenks und der Schädelbasis unter der Berücksichtigung peripherer und zentraler Sensibilisierungsmechanismen sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

Die Behandlung umfasst die Normalisierung der betroffenen Strukturen und der zugrunde liegenden Ursachen (s. a. Liem T: Praxis der kraniosakralen Osteopathie. 3. Aufl. Stuttgart: Haug; 2010: 240–382).

Eine systematische Literaturanalyse aus dem Jahr 2013 kommt zu dem Schluss, dass die Osteopathie als Bestandteil der Standardbasistherapie bei Diagnose nach Achse I der Research Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (RDC/TMD) bei myogener oder kombinierter arthrogener/myogener Störung empfohlen werden kann [38].