Infantile Koliken: Mechanismen und Behandlung

Häufig werden Koliken bei Säuglingen und Kleinkindern in Form von übermäßigem Weinen mit sehr hohem Leidensdruck berichtet. Trotz ihrer weiten Verbreitung, herrscht bisher wenig Einigkeit über Definition, Pathogenese oder optimale Behandlungsstrategien für infantile Koliken. Ziel des Reviews “Infant colic: Mechanisms and Management” von Zeevenhooven und Kollegen (2018) ist es, klarere Abgrenzungen bzw. Definitionen anhand der Rome IV Kriterien, welche 2016 als führende sowie neuste Diagnosekriterien veröffentlicht wurden, zu schaffen. Zudem werden neurogene, gastrointestinale, mikrobielle, sowie psychosoziale Faktoren, welche möglicherweise zu der Pathophysiologie von Koliken bei Säugling und Kleinkindern beitragen, erforscht. In diesem Review wird betont, dass beim Fehlen alarmierender Symptome eine umfassende Anamnese, sowie körperliche Untersuchung für Kliniker als Orientierungshilfe für eine positive Diagnose dient. Elterliche Erziehung und Beruhigung werden als wichtige Aspekte in der Behandlung von infantilen Koliken hervorgehoben. Handlungsstrategien, wie Verhaltens-, Ernährungs-, pharmakologische und alternative Interventionen, werden außerdem diskutiert. Aufgrund fehlender großer, hochqualitativer randomisierter Kontrollstudien werden keine dieser Therapien nachdrücklich empfohlen. Abschließend werden mögliche Folgeschäden von Koliken im Säuglings- und Kleinkindsalter in Bezug auf den Körper und das Verhalten für die Kindheit zusammengefasst.

 

Referenz:

Zeevenhooven, J., Browne P.D., L’Hoir, M.P., de Weerth, C. & Benninga, M. A. (2018). Infant Colic: Mechanisms and Management. Nature Reviews Gastreonterologx & Hepatologiy.

https://www.nature.com/articles/s41575-018-0008-7.

 

Science Team der OSD

 

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