Chronische Mittelohrentzündungen

Das Mittelohr ist ähnlich wie ein nasaler Sinus gestaltet. Ein Drittel der Tuba auditiva, ihre lateralen knöchernen Anteile, sind meist kontinuierlich geöffnet, während sich die medialen zwei Drittel mit jedem Schlucken oder Gähnen öffnen und schließen. Normalerweise werden über die Tuba auditiva Sekrete aus dem Mittelohr in den Rachenraum befördert. Bei Dysfunktionen kann am knorpeligen Anteil der Tuba auditiva das Lumen verengt sein. Es kommt dann zu einer verminderten Drainage und zur erhöhten Anfälligkeit von Infektionen im Mittelohr. Auch hier sind außer der entsprechenden Ganzheitsbehandlung, v.a. das Os temporale, die Eustachische Röhre und das Kiefergelenk zu behandeln (s. a. Liem T: Praxis der kraniosakralen Osteopathie. 3. Aufl. Stuttgart: Haug; 2010).

Osteopathische Befunde bei akuter Otitis media konnten auf die kraniofasziale Morphologie [43] und eine Dysfunktion des Os temporale zurückgeführt werden [44].

Ein osteopathische Behandlungsprotokoll umfasste die Behandlung der sakroiliakalen Gelenke (beidseitig mittels BLT), des thorakolumbalen Übergangs und Zwerchfells mittels (myofaszialem Release), der Rippen (mittels myofaszialem Release oder BLT), des zervikothorakalen Übergangs (mittels myofaszialem Release), der zervikalen Region (mittels BLT), des kraniozervikalen Übergangs mittels subokzipitaler Inhibition sowie Sinus-venosus-Drainagetechniken, okzipitale Dekompressionstechniken und eine Dekompression der Synchondrosis sphenooccipitalis [45].