Fluktuation der zerospinalen Flüssigkeit

Die zerebrospinale Flüssigkeit zirkuliert nicht, sondern fluktuiert. Die Fluktuation ist eine Bewegung des Liquors in einer natürlichen Aushöhlung, eine Wellenbewegung, bei der Anstieg und Absenkung aufeinander folgen. Diese Fluktuation ist palpierbar [13, S. 215]. Die intrakranialen Duralmembranen üben durch ihre Bewegung einen Druck auf den Liquor aus, sodass eine Bewegung dieser Fluida ausgelöst wird [16, S. 56]. Die inhärente Motilität des Nervensystems übt eine Verschiebung des Liquors aus. Durch Anstieg der Größe der Ventrikel und des subarachnoidalen Raums entsteht eine Volumenschwankung [10, S. 16f.].

Diese ist beeinflussbar durch Kompression des 4. Ventrikels [13, S. 272]. Sutherland legt Wert darauf, dass es die Fluid-Fluktuation ist, die in der Therapie die zu behandelnden Strukturen zu einem membranösen „point of balance“ führt [10, S. 73].

Einige Missverständnisse, den Begriff Fluida betreffend, scheinen von dem Fakt her zu rühren, dass Sutherland den Begriff zunächst gebrauchte, um bioelektrische Phänomene zu beschreiben, während einige andere Osteopathen damit die Dynamik von Flüssigkeiten bezeichneten. Der Begriff Fluida wird in diesem Buch eher zur Bezeichnung von Palpationsqualitäten von Flüssigkeiten im Organismus herangezogen. Während elektromagnetische und bioelektrische Phänomene im Körper eher mit dem Begriff Potenz oder Elektrodynamik (point of balance of electrodynamic tension) bezeichnet werden [8].

Literatur

  • Liem T: Kraniosakrale Osteopathie. 5. Aufl. Stuttgart: Hippokrates; 2010.
  • Magoun HI: Osteopathy in the cranial field. 3 rd ed. Kirksville: Journal Printing Company; 1976.
  • Sutherland WG: Contributions of thought. 2nd ed. Portland: Sutherland Cranial Teaching Foundation; 1998.
  • Sutherland WG: The cranial bowl. Mankato, Minnesota: Free Press Company; 1939: 56.