Gleichgewichtsstörungen in der Osteopathie – Ein erweiterter volumetrischer Ansatz

Gleichgewichtsstörungen in der Osteopathie – Ein erweiterter volumetrischer Ansatz

 

Joseph Gill-Lussier B.Sc., B.Mus., DO (CAN): Joseph Gill Lussier gaduierte 2009 am Collège d’Études Ostéopathiques de Montreal und ist seit dem in der Praxis sowie international als Lehrer und Hochschuldozent tätig. Gill-Lussier ist der Direktor der osteopathischen Abteilung der Polyclinique Centre-Ville ORL & Spécialités Médicales in Montreal. Dort ist er außerdem verantwortlich für die Forschungen des Vertigo And Cerebral Concussion Institute (IVECC).
Während der Arbeit mit komplexen und komorbiden Patienten entwickelte Joseph eine Expertise auf dem Gebiet von Schwindel in der Osteopathie. Er interessiert sich für verschiedene Gleichgewichtsstörungen, deren Ursachen und neuromechanische Zusammenhänge. Er hat osteopathische Techniken entwickelt, bei denen er sich unter anderem mit den peripheren Hebeln und den Manipulationen bestimmter Körperstrukturen befasst, die die Aktivität des zentralen und peripheren Nervensystems verändern können, unter denen er bei dieser Art von Patienten, die häufig leiden, hervorragende Ergebnisse erzielt von Komorbidität und komplexer Symptomatik.

 

Kursinhalt:

 
GLEICHGEWICHTSSTÖRUNGEN (Schwindel, Gleichgewichtsverlust) sind ein häufiger Grund für eine ärtztliche Konsultation. Ziel dieses Kurses ist, das Wissen von Osteopathen über die verschiedenen Ursachen von Gleichgewichtsstörungen (Schwindel zervikalen Ursprungs, vestibuläre Migräne, PPPD,  Ménière, etc.) zu vertiefen. Vestibuläre Physiologie, Okulomotorik und Propriozeption werden daher angesprochen. Ebenfalls unterichtet werden die Pathophysiologie, Semiologie und die Differenzialdiagnose von Störungen des Gleichgewichtssystems (vestibulär, zentral, somatisch und vaskulär). Aus klinischer Sicht werden sie in ihrer osteopathischen Praxis lernen, wie sie dieses Wissen sei es auf einer präventative,  heilende, palliative oder überweisende Art und Weise, anwenden können.
 
DER ERWEITERTER VOLUMETRISCHER ANSATZ, Engl. ADVANCED VOLUMETRIC APPROACH (AVA) besteht aus Techniken, die Joseph Gill-Lussier in zusammenarbeit mit Frédérick Sary für komplexe Fälle entwickelt hat. Sie basieren auf den traditionellen osteopathischen Prinzipien, die unter anderem von Robert Rousse, Becker und Hoover gelehrt werden. Diese Techniken berücksichtigen das Biotensegritätsmodell, indem sie die die neuromechanischen Beziehungen im Körper verdeutlichen. Dies geschieht dann wenn periphere Hebel und Manipulationen an Körperstrukturen das zentrale Nerven System beeinflussen. Die gelehrte Techniken, an denen der gesamte Körper beteiligt ist, sind leicht anzuwenden und werden Ihnen helfen, bestimmte komplexe Fälle in der Praxis besser lösen zu können.
 
Dieses Seminar zum Thema Advanced Volumetric Approach findet zum ersten Mal in Hamburg statt. Wir laden Sie ein, sich mit dem sehr umfassenden Seminarplan und seinen allgemeinen und spezifischen Zielen vertraut zu machen. Ein innovatives Seminar, das Sie nicht verpassen sollten!

Allgemeine Ziele:

  • DIE SEINSIBILISIERUNG DES OSTEOPATHEN über wie wichtig es ist, nach den Ursachen des Ungleichgewichts zu suchen und mögliche Komorbiditäten und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu berücksichtigen.
  • DIE ENTWICKLUNG EINES RICHTIGES UND AKKURATES LEXISCHES SET, um eine klare Kommunikation mit Gesundheitsdienstleistern in Bezug auf Gleichgewichtsstörungen herzustellen.
  • DAS ERLERNEN, mit dem Erweiterten Volumetrischen Ansatz zu befunden und zu behandeln, und die Überweisung von Patienten mit Ungleichgewichtsproblemen auf der Grundlage des klinischen Erscheinungsbilds.

Spezifische Ziele:

Am Ende des Seminar werden die Studenten folgendes erlernt haben:

  • WISSEN ERLANGEN über die Pathologie und Pathophysiologie, die mit relativ gutartigen kausalen Gleichgewichtsstörungen verbunden sind (Morbus Ménière, vestibuläre Migräne, zervikogener Schwindel, BPPV, PPPD, perilymhatische Fistel, akustisches Shwanom, zentraler Schwindel, psychogener Schwindel, Labyrinthitis, Neuritis, SCDS)
  • ERKENNUNG von wichtigen und gefährlichen Krankheitsfälle (Transitorische Ischämische Attacke, Arrhythmie, Schlaganfall, Kleinhirn oder Labyrinth, bakterielle Labyrinthitis / Mastoiditis oder Herpes zoster oticus, Hirnstamm-Enzephalitis (z. B. Listeria, Herpes simplex, Paraneoplasie), vertebrobasilare Gleichgewichtsstörungen usw.
  • VERSTEHEN das, das Wirkungsfeld des Osteopathen begrenzt ist, und die Relevanz der Überweisung bei der Behandlung verschiedener vestibulärer, zentraler oder vaskulärer Pathologien.
  • BERATUNG des an Gleichgewichtsstörungen leidenden Patienten und die ANALYSE des Sturzrisikos.
  • ERKENNUNG von allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen gegen Stürze.
  • EVALUATION und BEHANDLUNG mit dem Advanced Volumetric Approach, daher:
  • BEHANDLUNG von propriozeptiven cervicogenen Schwindel.
  • STABILISIERUNG von Patienten, die sich in hyperpressive Zuständen befinden wie Morbus Ménières und perilymphatische Fistel, besonders dann während der Patient auf eine Operation wartet.
  • TEILNAHME an der Rehabilitation von PPPD- und psychogenen Schwindelpatienten mit einem Physiotherapeuten und Neuropsychologen.
  • BEHANDLUNG von vestibuläre Migräne in Zusammenarbeit mit dem Neurologen.
  • In BERÜHRUNG kommen mit grundlegenden Konzepten der Rehabilitation im Kontext von Gleichgewichtsstörungen.
  • DARSTELLUNG einer logischen Beziehung zwischen Struktur und Funktion im Zusammenhang mit Gleichgewichtsstörungen.
  • ERKENNEN von SCHLÜSSELSTRUKTUREN der verschiedenen Systeme und Mechanismen, um eine relevante und wirksame osteopathische Intervention in einem Kontext des Ungleichgewichts anzustreben.

 
Zugangsvoraussetzung: Osteopath/in
 
Datum: 04.03.- 05.03.2022 + 01.-03.04.2022
 
Kurssprache: Englisch mit deutscher Übersetzung
 
Ort: Osteopathie Schule Deutschland, Mexikoring 19, 22297 Hamburg
 
Kursgebühr: 750,- €