Phänomenologische Embryologie und Morphologie

Phänomenologische Embryologie und Morphologie

Jaap van der Wal MD, PhD (NDL): Dr. med. Jaap van der Wal PhD war bis zu seiner Pensionierung im 2012 tätig als Universitätsdozent für Anatomie und Embryologie an der Universität Maastricht, NL . Er hat sich auf Bewegungs¬wissenschaftliche Anatomie, insbesondere die „Bewegungssinne“ spezialisiert. Dazu hat er sich in den letzten Jahren erfolgreich präsentiert im Domäne der Faszie mit einer ‚transanatomische‘ Sichtweise des Bewegungsapparates. Seine wissenschaftliche Leidenschaft ist aber die Embryologie. Die Bereiche Bewegungswissenschaft und Embryologie sind verknüpft durch die Begriffe Bewegung und Form. Die phänomenologische Embryologie und Dynamische Morphologie hat ihm wieder eine Verbindung geliefert zwischen Wissenschaft und Spiritualität. Er gibt Seminare und Vorlesungen in Embryologie, Dynamische Morphologie ‚Körper-Philosophie’ und doziert an Instituten für Kraniosacral-Therapie, Osteopathie, Polarity Therapie u.a. in VS, der Schweiz, Spanien, Deutschland, England und selbstverständlich auch Holland, seinem Heimatland.

Kursinhalt:

Neuzeitliche Methoden machen es möglich, die Prozesse der Befruchtung, Embryonalentwicklung und Geburt weitgehend zu beeinflussen und zu manipulieren. Dabei ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, was ein menschlicher Embryo eigentlich ‘im Wesen’ ist und wie die Ergebnisse der modernen wissenschaftlichen Embryologie-Forschung von einem mehr spirituellen Gesichtspunkt aus zu betrachten sind. In diesem Kurs wird versucht, die vorgeburtliche Menschwerdung mit der phänomenologischen Anschauungsmethode zu erfassen. Folgendermaßen ist es möglich, zum spirituellen Wesen des Menschseins durchzudringen: Der Embryo (und damit unser Körper) als psychosomatische Einheit von Geist und Materie. „Der Körper entwickelte sich aus uns, nicht andersherum“ (Rumi).

Bei der Embryonalentwicklung des Menschen handelt es sich (noch) um ein menschliches ‘Funktionieren in Formen’. Damit ist gemeint, dass die Wachstums- und Entwicklungsgebärden beschrieben werden können als menschliches Verhalten und verstanden werden können als Vorübung der später ‘freiwerdenden’ physiologischen und seelischen Funktionen. Der menschliche Leib in einer fortwährend sich metamorphosierenden Gestaltung von Formen und Form¬prozessen. Mit Hilfe der (goetheanistischen) phänomenologischen Anschauungs¬methode ist die Gestik dieser Prozesse zu verstehen als menschliches Verhalten. In dieser Phase sind z.B. die Ereignisse, die den (wenigstens denkbaren) Akt der Inkarnation eines Menschen begleiten, noch sozusagen klar ‘abzulesen’. Auch können die Gebärden des Embryos als eine Art Widerhall der Menschheits¬entwicklung erkannt werden und somit kommen Menschwerdung und Menschheits¬werdung, Biographie und Biologie zusammen. Der Embryo kann uns helfen, die wahren Gesetzmäßigkeiten der (menschlichen) Entwicklung zu erkennen. Es handelt sich nicht um eine vorübergegangene Lebensphase, der Embryo ist noch immer in uns: auch in unserem unbewussten körperlichen Dasein sind wir tätige Seelenwesen.
Immer erscheint der menschliche Embryo in seiner Gestalt als eine Art empathisches Gleichgewicht zwischen ‘introvertierter Antipathie’ und ‘extravertierter Sympathie’ in Beziehung zur Umgebung. Diese Polarität ist in mehreren Richtungen wirksam und erkennbar, u.a. zwischen Kopf und Extremitäten und zwischen Oben und Unten, wobei im Rumpf und in der Wirbelsäule (die sogenannte Mitte) die typisch menschliche Qualität des Bewahrens des Aufrechten erscheint. Der Embryo ist Ausdruck eines Wesens, welches vermitteln kann zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen und das wie jedes Leben atmend existiert zwischen Chaos (Bewegung, Prozess, Zeit) und Kosmos (Form, Struktur, Raum).

Das Ziel des Kurses ist es, den Teilnehmern die mächtigen Werdensprozesse, die die Grundlage bilden für das Erdensein jedes menschlichen Individuums, miterleben zu lassen. Und das nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen. Außerdem können vom diesem Gesichtspunkt (‘Embryosophie’) aus neue Perspektiven gezeigt werden im Hinblick auf Leben und Tod, Sterben und geboren werden, Polaritäten und Dreigliederung, Mikrokosmos und Makrokosmos, Erblichkeit und Inkarnation sowie auf Evolution und Menschheitsentwicklung. Auf der Suche nach Geist im Körper.

Zugangsvoraussetzung: Osteopath/in, Osteopathiestudent/in im letzten Studienjahr

Datum: 27.01. – 30.01.2022

Kurssprache: Deutsch

Ort: Osteopathie Schule Deutschland, Mexikoring 19, 22297 Hamburg

Kursgebühr: 590 €

(Im Kurspreis enthalten: Evtl. Kursunterlagen der Dozenten, Getränke & kleine Snacks)