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Geburtstrauma diagnostizieren und behandeln

Interview mit Torsten Liem über die Thematik „Geburtstrauma diagnostizieren und behandeln“ (OM – Osteopathische Medizin, Heft 3/2016)

Unter dem Begriff des Geburtstraumas wird eine physische oder psychische Beeinträchtigung, die auf Geschehen im Verlauf des Geburtsprozesses zurückzuführen ist, verstanden. Viele Faktoren, die während des Geburtsprozesses auf das Kind einwirken, sowohl von außen, als auch von innen, können hier genannt werden. Abläufe können zu schnell sein, z.B. im Rahmen der Geburtseinleitung oder zu langsam, wenn die Geburt stockt. Jeder Geburtsprozess, der in seiner Intensität das Kind überfordert, kann im Wesentlichen als Trauma bezeichnet werden. Diese Überforderungen können physisch das Gehirngewebe schädigen oder die biologische Reifung behindern. Auch können sie sich psychisch ausdrücken und wie damit einhergehende emotionale Entwicklung beeinträchtigen.

Da bei dem Baby noch kein episodisches Gedächtnis vorhanden ist, können diese Gefühle und Momente kaum sprachlich erfasst werden, sondern nur tief implizit erlebt werden und sich in lokalen oder systemischen Gewebespannungen und Muskeltonus, sowie in bestimmten dysregulierten Aktivitätsmustern des Neurovegetativums, als auch überstarken oder persistierenden frühkindlichen Reaktions- bzw. Reflexmustern niederschlagen.

So kann ein Trauma mit Gefühlen von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Sicherheitsmangel oder starkem Kontrollverlust einhergehen. Diese tiefen Gefühle können uns möglicherweise das gesamte Leben begleiten und Coping-Reaktionen / Vermeidungsstrategien, Charakterstrukturen und Lebensentwürfe begünstigen und durch bestimmte Lebenssituationen im Alltag getriggert werden.

Möchten Sie mehr wissen? Das komplette Interview mit Torsten Liem finden Sie hier.