Glossar Viszerale Osteopathie

Liem T. Dobler T. Puylaert M. Leitfaden viszerale Osteopat hie, 2013; 2. Auflage, Elsevier, München.

Direkte Methode

Technik, bei der das betroffene Gewebe nach genauer Bestimmung der eingeschränkten Bewegungsebenen in Richtung der Bewegungseinschränkung geführt wird, um diese zu lösen.

somatische Dysfunktion

verminderte oder veränderte Funktion von zusammenhängenden Teilen des Körpersystems (skelettale, artikuläre, myofasziale Strukturen und damit verbundene Teile des Gefäß-, Lymph- und Nervensystems).

Viszerale Dysfunktion

Verminderte oder veränderte Mobilität und Motilität des viszeralen Systems und der damit verbundenen faszialen, neurologischen, vaskulären, skelettalen und lymphatischen Elemente.

Elastische Bwegungsgrenze

elastischer Gewebewiderstand, der palpiert werden kann, bevor die anatomische Bewegungsgrenze erreicht wird.

Exspir

erster Teil der Motilität: Eigenbewegung des Organs, wobei es sich der Mittelachse des Körpers nähert ( Inspir).

Fasziale oder myofasziale Behandlung

jede an Faszien oder Muskeln ausgeführte Technik.

Fulcrum viszeral

(engl. für Dreh-, Hebe-, Stützpunkt) in unterschiedlichem Kontext verwendet, z.B. als Ruhepunkt eines Gewebes, aus dem eine Korrektur stattfinden kann, als Drehpunkt eines Gelenks, über den die optimale Positionierung zur Behandlung stattfindet, oder als Kontakt- oder Ansatzpunkt, über den eine Technik ausgeführt wird.

Hypertension

Verlust der elastischen Reaktionskraft (Tension) durch erhöhte Organspannung.

Hypertonus

erhöhte Muskel- oder Gewebespannung.

Hypotension

Verlust der elastischen Reaktionskraft (Tension) durch verminderte Organspannung.

Inhibition

Anwendung eines konstanten Drucks auf Weichteilgewebe, um die Reflexaktivität zu vermindern und eine Entspannung zu erzielen.

Inspir

zweiter Teil der Motilität: Eigenbewegung des Organs, wobei es sich von der Mittelachse des Körpers entfernt (Exspir).

Kompensation

reversible Anpassung des Körpers an eine nicht normale Funktion oder an krankmachende Einflüsse. Bei einer Kompensation besteht noch kein Mobilitätsverlust, wohl aber eine Tendenz zur Dysfunktion. Bei erblichen oder anatomischen Fehlbildungen ist die Kompensation irreversibel.

Mobilität

Lageveränderung einer Struktur im Raum: passive Bewegungen der Organe unter dem Druck des Zwerchfells, abhängig von Insertionen, Bewegungsachsen, Position, Form und Funktion.

Motilität

Bewegung, deren Ursprung im Organ selbst liegt. Besteht aus Exspir und Inspir. Bis jetzt ohne wissenschaftliche Erklärung.

Negative Schräglage

Tieflagerung von Kopf und Oberkörper.

Neuronale Plastizität

Eigenschaft des Nervensystems, seine Struktur und Funktion aufgrund von genetischen oder sich oberhalb der Genebene abspielenden, erfahrungsabhängigen Faktoren umzuwandeln.

NSR

Wirbeldysfunktion in Neutralstellung (der Flexion und Extension), bei Rotation und Seitneigung in unterschiedlichen Richtungen.

Rebound

(engl. für „passives Rückfedern“) Technik, die in der Ausführung von Untersuchungen Anwendung findet.

Recoil

(engl. für „Rückfedern“) Technik, bei der ein Zurückfedern der Gewebe zur Korrektur der Dysfunktion eingesetzt wird.

Stillpunkt viszeral

eine Art „neutraler Punkt“, an dem die Reorganisation des Gewebes stattfinden kann, oder „der Zeitpunkt, zu dem alle Flüssigkeiten im Körper ausgetauscht werden“ (Sutherland 1967). Hängt eng mit dem Fulcrum zusammen.

Tension

elastische Reaktionskraft des Gewebes. Wird oft zur Untersuchung eines Organs verwendet.

Traktion

Dehnung eines Gewebes unter Zug.

Translation

Verschiebung in seitlicher Richtung.

Vorspannung

Spannung der Gewebe, die aufgenommen werden muss, um die Bewegungsgrenze einer betroffenen Struktur in Dysfunktion zu erreichen.