Kennen Sie schon Prof. Dr. Frauke Musial?

 

[English version below]

KENNEN SIE SCHON PROF DR FRAUKE MUSIAL?

Prof. Dr. Frauke Musial ist Professorin an der Arktischen Universität in Tromsø, Norwegen und Mitarbeiterin des Norwegischen Nationalen Forschungszentrums für Komplementär- und Alternativmedizin (NAFKAM). Zuvor arbeitete sie am Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Deutschland.

„Das neuere Verständnis der grundlegenden Bedeutung des C-Faser-Berührungssystems spricht jedoch dafür, dass diese psychologischen Wirkungen eher spezifisch sind und durch einen spezifischen neuronalen Pfad vermittelt werden. Daher bin ich persönlich der Meinung, dass die emotionalen und wohltuenden Wirkungen der Osteopathie mehr Aufmerksamkeit verdienen.“

Am 20. November können Sie Prof Dr Frauke Musial mit einem Vortrag auf unserer Online Conference 2021 sehen:

„Die Kombination von Psychotherapie und Craniosacral-Therapie bei schwer traumatisierten Patienten: Erfahrungen aus einer Ambulanz in Norwegen“

 


 

Mehr über Prof Dr Frauke Musial erfahren Sie in unserem Interview:

WAS FASZINIERT SIE AN DER PSYCHOLOGIE?

Ich war schon immer daran interessiert, wie sich Menschen (und andere Arten) verhalten und welche Mechanismen zu einem bestimmten Verhalten führen. In diesem Sinne umfasst das Verhalten auch “verdecktes” Verhalten wie Gedanken und Gefühle. Ich habe Psychologie studiert, mit besonderem Schwerpunkt auf Biopsychologie und Neurowissenschaften. Vor allem die Neurowissenschaften haben mir zu verstehen gegeben, dass es so etwas wie “Psycho” – “Somatik” nicht gibt. Beides sind verschiedene Ebenen der Beschreibung oder Beobachtung desselben Phänomens. Meiner Meinung und persönlichen Erfahrung nach stellt die neurowissenschaftliche Perspektive den ganzheitlichsten Ansatz für Verhalten, Emotionen, Denken und Schlussfolgerungen dar.

WELCHES POTENZIAL SEHEN SIE IN DER PSYCHOLOGIE FÜR DIE OSTEOPATHIE?

Auf den ersten Blick scheint die Osteopathie eine sehr “somatische” Intervention zu sein. Betrachtet man die Osteopathie jedoch als eine “berührende” Intervention, dann wird deutlich, dass die Auswirkungen der Osteopathie auf die Person, die sie erhält, viel mehr als nur körperlich sein können. Ich gehe davon aus, dass Therapeut:innen oft sehr starke emotionale Reaktionen bei ihren Klient:innen erleben. Meiner Ansicht nach ist dies eine unvermeidliche Folge der “Verdrahtung” des Nervensystems. Die Osteopathie stimuliert neben anderen Effekten ein neuronales System, das sogenannte “C-Faser-Touch”-System. Dieses neuronale System ist spezifisch für die Entität der angenehmen Berührung und es wird angenommen, dass es die entspannende und angstlösende Wirkung der Massagetherapie und verwandter Techniken vermittelt.

Es gibt ein Open-Access-Editorial von mir und Prof. Thomas Weiss von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, das kurz die Bedeutung des C-Faser-Systems für Therapien im Zusammenhang mit Berührung diskutiert: “The Healing Power of Touch: Die Spezifität der ‘unspezifischen’ Wirkungen der Massage” https://www.karger.com/Article/Pdf/368449

WO SEHEN SIE AUS IHRER SICHT DAS POTENZIAL FÜR DIE OSTEOPATHIE IN DER ZUKUNFT?

Ich bin sicherlich keine Expertin für Osteopathie, aber ich versuche, Therapien zu verstehen und zu erforschen, die auf die eine oder andere Weise das somato-sensorische System durch Berührung stimulieren. Ich bin hauptsächlich eine Schmerzforscherin, aber Schmerz und Emotionen sind physiologisch sehr stark miteinander verbunden. Darüber hinaus habe ich mich auch mit der Verarbeitung von Emotionen im zentralen Nervensystem befasst.

Viele der entspannenden und angstlösenden Wirkungen von Therapien, die Berührung einbeziehen, werden oft als “unspezifisch” für die Therapie angesehen und stellen eine positive und erwünschte “Nebenwirkung” dieser Interventionen dar. Das neuere Verständnis der grundlegenden Bedeutung des C-Faser-Berührungssystems spricht jedoch dafür, dass diese psychologischen Wirkungen eher spezifisch sind und durch einen spezifischen neuronalen Pfad vermittelt werden. Daher bin ich persönlich der Meinung, dass die emotionalen und wohltuenden Wirkungen der Osteopathie mehr Aufmerksamkeit verdienen.

WANN BEGINNT IHRER MEINUNG NACH DIE HEILUNG?

Diese Frage kann als ein eher metaphysisches Thema verstanden werden, und als empirische Wissenschaftlerin wäre ich dann nicht in der Lage, sie zu beantworten.

Empirisch schlage ich vor, dass “Heilung” auf (mindestens) drei Arten definiert werden kann: i) die Besserung von Symptomen, ii) die Verbesserung des Wohlbefindens, mit oder ohne Symptomverbesserung, iii) im Falle einer Funktionsbeeinträchtigung ein Funktionsgewinn.

Ich bin mir jedoch sicher, dass es noch viel mehr Möglichkeiten gibt, Heilung zu definieren, vor allem, wenn man Personen mit einem anderen beruflichen Hintergrund als mich fragt.

WAS KÖNNTEN EINIGE KLINISCH RELEVANTE ERGEBNISSE IHRER FORSCHUNG FÜR DIE OSTEOPATHIE SEIN?

Relevante Endpunkte müssen so definiert werden, dass sie die erwarteten therapiebedingten Veränderungen valide messen. Um das richtige Ergebnis zu wählen, müssen die Ziele einer Intervention so genau und so konkret wie möglich definiert werden. Gehen wir zurück zu den drei Ebenen der Heilung und nehmen wir Rückenschmerzen als Beispiel:

Die Verbesserung der Symptome, hier der Rückenschmerzen, kann mit einer visuellen Analogskala (VAS) gemessen werden.

Die Verbesserung des Wohlbefindens, mit oder ohne Symptomverbesserung, kann mit dem Gesundheitsfragebogen zur Lebensqualität (Short-Form SF 36) gemessen werden.

Falls die Funktion beeinträchtigt war, kann ein Funktionsgewinn gemessen werden. In unserem Beispiel der Rückenschmerzen könnte dies mit dem Oswestry Disability Index (ODI) gemessen werden.

Ich persönlich bin ein großer Freund von Instrumenten, bei denen die Patient:innen selbst definieren, was für sie relevant ist, wie z. B. das MYMOP – Measure Yourself Medical Outcome Profile. Wenn das biologische Mechanismus des erwarteten Behandlungseffekts von Interesse ist, sollte die Verwendung von Biomarkern in Betracht gezogen werden, sofern dies möglich ist (siehe auch https://www.karger.com/Article/FullText/498981).

AUF WELCHE WEISE KÖNNEN OSTEOPATHIE UND PSYCHOLOGIE VONEINANDER LERNEN UND PROFITIEREN?

Eine ziemlich große Frage! Auch diese Frage kann ich nur aus der Perspektive einer klinischen Forscherin mit einem neurowissenschaftlichen Hintergrund beantworten. Ich bin mir nicht sicher, wie ein/e Psychotherapeut:in die Frage beantworten würde…

Es könnte für beide Bereiche klug sein, sich vor Augen zu halten, dass es so etwas wie einen Geist-Körper-Dualismus nicht gibt. Und es ist nicht so, wie oft behauptet wird, dass diese beiden angeblichen Entitäten miteinander “interagieren”. Das müssen sie auch nicht, denn sie sind ein und dasselbe. Der einzige Unterschied ist die Außenperspektive des Standpunktes, den der Beobachter einnimmt.

Ein Psychologe oder Psychotherapeut konzentriert sich eher auf die kognitiven oder emotionalen Aspekte eines Problems, während Osteopath:innen sich vielleicht eher auf den Körper konzentrieren. Natürlich verwendet die/der Psychotherapeut:in (hauptsächlich) Sprache, um zu behandeln, während die/der Osteopath:in Berührung einsetzt. Daher ist der Schwerpunkt der Intervention natürlich ein anderer. Das Problem, das sie behandeln, kann jedoch dasselbe sein.

 

Lassen Sie mich dies anhand eines Beispiels erläutern:

Viele Patient:innen mit chronischen Schmerzen entwickeln im Laufe ihrer Krankheit depressive Symptome. Ebenso entwickeln viele depressive Patient:innen körperliche Symptome, oft Schmerzen. Es gibt vielleicht einige Patient:innen, die “nur” depressiv sind, und einige, die “nur” an chronischen Schmerzen leiden. Bei einer großen Gruppe von Patient:innen kommt es jedoch zu einer Überschneidung dieser beiden “Symptome”. Tatsächlich werden Schmerzen und Depressionen von denselben neuronalen Netzwerken im Gehirn verarbeitet. Es ist sicher kein Zufall, dass wir das Wort “Schmerz” auch zur Beschreibung emotionaler Unruhen verwenden. Und das gilt für alle Sprachen… Der Verlust eines geliebten Menschen “schmerzt”, und wir sprechen von schweren emotionalen “Schmerzen”.

 

Daher denke ich, dass beide Bereiche voneinander profitieren können, wenn sie anerkennen, dass sie sich oft mit demselben Problem des Leidens eines Patienten befassen, aber aus unterschiedlichen Perspektiven.

 

IHR TÄTIGKEITSBEREICH ERSTRECKT SICH VON DER KLINIK ÜBER DIE LEHRE BIS HIN ZUM SCHREIBEN. WIE HABEN SIE VON DIESEN ÜBERSCHNEIDUNGEN PROFITIERT?

 

Ich bin keine Klinikerin, ich bin eine klinische Forscherin. Dennoch habe ich eine kurze Erfahrung in der Psychotherapie. Persönlich glaube ich, dass ich am meisten von meinem neurowissenschaftlichen Hintergrund profitiere. Meiner Meinung nach gibt es nicht viele Bereiche der medizinischen Forschung, die so “ganzheitlich” sind wie die Neurowissenschaften.

 

AUF UNSERER ONLINE-KONFERENZ WERDEN SIE ÜBER “DIE KOMBINATION VON PSYCHOTHERAPIE MIT CRANIOSACRAL-THERAPIE BEI SCHWER TRAUMATISIERTEN PATIENTEN: ERFAHRUNGEN AUS EINER AMBULANZ IN NORWEGEN”. WAS KÖNNEN DIE TEILNEHMER:INNEN VON IHREM VORTRAG ERWARTEN?

 

Wir haben eine sehr seltene und einzigartige Behandlungssituation untersucht, in der Trauma-Psychotherapie und Craniosacral-Therapie kombiniert wurden. Dies geschah in Fällen, in denen die Psychotherapeut:innen das Gefühl hatten, dass sie im Verlauf der Behandlung keine Fortschritte machen konnten. Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative Studie, so dass keine Rückschlüsse auf die statistischen oder klinischen Auswirkungen auf Bevölkerungsebene gezogen werden können. Darüber hinaus war die Zahl der behandelten Patient:innen sehr gering.

 

Was diese Studie bieten kann, ist ein Einblick in eine sehr seltene und einzigartige Behandlungssituation, in der Traumatherapie, selbst in Situationen, in denen es keine körperliche Beteiligung an dem traumatisierenden Ereignis gab, durch Craniosacral-Therapie, eine meist körperorientierte Behandlung, erleichtert werden konnte. Der erstaunlichste Aspekt dieser Studie war, dass dieser Ansatz nur für Patient:innen gewählt wurde, bei denen die Traumatherapie an einem Punkt angelangt war, an dem die Therapeuten das Gefühl hatten, keine Fortschritte mehr erzielen zu können, d.h. nur in sehr schweren Fällen, in denen alle anderen Ansätze versagten. In fast allen Fällen führte die Einbeziehung einer/eines Craniosacral-Therapeut:in zu einem Durchbruch in der Psychotherapie.

 

Aus klinischer Sicht sind diese Ergebnisse, auch wenn es sich um “Einzelfälle” handelt, bemerkenswert und sollten durch systematische klinische Forschung weiterverfolgt werden. Als Neurowissenschaftlerin war ich selbst von diesen eher anekdotischen Fällen fasziniert, weil sie meine Ansicht unterstützen, dass es so etwas wie “Psycho” – “Somatik” nicht gibt. Die Craniosacral-Therapie war in der Lage, die psychologische Behandlung in einer sehr positiven Weise zu beeinflussen und so den Patienten und ihren Therapeuten zu helfen, die Psychotherapie fortzusetzen.

 
MEHR INFORMATIONEN ZU UNSERER ONLINE CONFERENCE 2021 FINDEN SIE HIER
 

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DO YOU KNOW PROF DR FRAUKE MUSIAL?

Prof Dr Frauke Musial works as a professor at Arctic University in Tromsø, Norway and is a collaborator at the Norwegian National Research Centre for Complementary and Alternative Medicine NAFKAM. Formerly at the Chair of Naturopathy and Integrative Medicine at the Faculty of Medicine, University of Duisburg-Essen, Germany.

„However, the recent understanding of the fundamental importance of the C-fibre touch system supports, that these psychological effects are rather specific and are mediated through a specific, neural pathway. Thus, in my personal opinion, the emotional and beneficial effects of osteopathy deserve more attention.“

On November 20th, Prof Dr Frauke Musial will give a lecture at our Online Conference 2021 :
„Combining psychotherapy with craniosacral therapy for severely traumatized patients: Experiences from an outpatient clinic in Norway“

 


 

Learn more about Prof Dr Frauke Musial in our interview:

WHAT FASCINATES YOU ABOUT PSYCHOLOGY?


I was always interested in how humans (and other species) behave and what mechanisms lead to a certain behavior. In this sense, behaviour also includes „covert“ behavior, such as thoughts and emotions. I have studied psychology with a special emphasis on biopsychology and neuroscience. It is especially neuroscience that made me understand, that there is no such thing as „psycho“ – „somatics“. Both are different levels of description or observation of the same phenomenon. In my opinion and personal experience, the neuroscience perspective constitutes the most holistic approach to behaviour, emotions, thinking, and reasoning.

WHAT POTENTIAL DO YOU SEE IN PSYCHOLOGY FOR OSTEOPATHY?


At first glance, osteopathy seems to be a very „somatic“ intervention. However, if you look at osteopathy as a „touch“ intervention, then it becomes obvious that the effects of osteopathy on the person receiving it are prone to be much more than physical. I expect, that therapists often experience quite strong emotional reactions from their clients. In my view, this is an unavoidable consequence of the „wiring“ of the nervous system. Osteopathy is, beyond other effects, bound to stimulate a neural system, called the „C-fibre touch“ system. This neuronal system is specific for the entity of pleasant touch and assumed to mediate the relaxing and anxiolytic effects of massage therapy and related techniques.

There is an open access editorial from myself and Prof. Thomas Weiss from the Friedrich-Schiller-University in Jena, which discusses briefly the relevance of the C-Fibre system for therapies related to touch: “ The Healing Power of Touch: The Specificity of the ‘Unspecific’ Effects of Massage“ https://www.karger.com/Article/Pdf/368449

 

WHERE DO YOU SEE POTENTIAL FOR THE OSTEOPATHIC FIELD FROM YOUR PERSPECTIVE IN THE FUTURE?


I am certainly not an expert for osteopathy, but I try to understand and research therapies, that in one way or the other stimulate the somato-sensory system through touch. I am mostly a pain researcher, however, pain and emotions are physiologically very strongly related. Moreover, I have also conducted research on the central nervous system processing of emotions.

Many of the relaxing and anxiolytic effects of therapies involving touch are often seen as „unspecific“ to the therapy and constitute a positive and wanted „side effect“ of these interventions. However, the recent understanding of the fundamental importance of the C-fibre touch system supports, that these psychological effects are rather specific and are mediated through a specific, neural pathway. Thus, in my personal opinion, the emotional and beneficial effects of osteopathy deserve more attention.

 

WHEN DOES HEALING BEGIN IN YOUR OPINION?


This question can be understood as a rather metaphysical topic and as an empirical scientist, I would then not be able to answer it.

Empirically, I suggest that „healing“ can be defined in (at least) three ways: i) the amelioration of symptoms, ii) the improvement of well-being, with or without symptom improvement, iii) in case function was impaired, a gain in function.

However, I am sure, there are even many more ways to define healing, especially, if you ask persons with a different professional background than me.

 

WHAT COULD BE SOME CLINICAL RELEVANT OUTCOMES FOR OSTEOPATHS FROM YOUR RESEARCH?


I have moved this question up, because I think it fit’s nicely with the last one J

Relevant outcomes need to be defined in a way, that they measure the expected therapy induced changes validly. In order to choose the right outcome, the aims of an intervention need to be defined as exact and as concrete as possible. Let’s go back to the three levels of healing above and use back pain as an example:

– the amelioration of symptoms, here back pain, can be measured by a visual analogue scale (VAS)

– the improvement of well-being, with or without symptom improvement, can be measured by the quality-of-life Health Survey (Short-Form SF 36).

– in case function was impaired, a gain in function can be measured. In our example of back pain, this could be measured with the Oswestry Disability Index (ODI).

I am personally very fond of instruments, were the patients themselves define what is relevant fort them like e.g. the MYMOP – Measure Yourself Medical Outcome Profile. If the biological meachnism of the expected treatment effect is of interest, then the use of biomarkers should be considered, if feasible (see also  https://www.karger.com/Article/FullText/498981 ).

 

IN WHICH WAY CAN OSTEOPATHY AND PSYCHOLOGY LEARN AND BENEFIT FROM EACH OTHER?


A rather huge question! Again, I can only answer this question from the perspective of a clinical researcher with a neuroscience background. I am not sure, how a psychotherapist would answer the question…

It might be wise for both fields to keep in mind that there is no such thing as a mind – body dualism. And it is not, like it is often said, that these two supposed entities „interact“ with each other. They do not need to because they are the same. The only difference ist he outside perspective of the point of view the observer takes.

A psychologist or psychotherapist is somewhat proun to focus on the cognitive or emotional aspects of a problem while osteopaths maybe more focused on the body. Of course, the psychotherapist uses (mostly) language in order to treat while the osteopath uses touch. Thus, naturally, the focus of the intervention is different. However, the problem they treat may, in fact, be the same.

Let me explain this with an example:

Many chonic pain patients develop depressive symptoms throughout their disease. Likewise many depressed patients develop bodily symptoms, often pain. There maybe some patients who are „only“ depressed and some who „only“ suffer from chronic pain. Nonetheless, for a large group of patients there will be an overlap between these two „symptoms“. In fact, pain and depression are processed within the same neural networks in the brain. It is certainly not by accident that we use the word „pain“ to describe emotional turmoil as well. And this holds true for all languages… The loss of a beloved one „hurts“ and we talk about severe emotional „pain“.

Therefore, I gues both fields can benefit from each other by acknowledging, that they may often work on the same issue of suffering for a patient, but from different perspectives.

 

YOUR FIELD OF ACTIVITY EXTENDS FROM CLINIC TO TEACHING AND WRITING. HOW DID YOU BENEFIT FROM THESE INTERSECTIONS?


I am not a clinician, I am a clinical researcher. Nonethless, I have a brief experience from psychotherapy. Personally, I believe I benefit most from my neuroscience background. In my opinion, there are not many fields of medical research which are as „holistic“ as neuroscience.

AT OUR ONLINE CONFERENCE YOU WILL TALK ABOUT „COMBINING PSYCHOTHERAPY WITH CRANIOSACRAL THERAPY FOR SEVERELY TRAUMATIZED PATIENTS: EXPERIENCES FROM AN OUTPATIENT CLINIC IN NORWAY“. WHAT CAN THE PARTICIPANTS EXPECT TO LEARN FROM YOUR LECTURE?

We investigated a very rare and unique treatment situation were trauma-psychotherapy and craniosacral therapy were combined. This was done in cases, where the psychotherapists felt, that they were not able to make progress in the course of treatment. The study is a qualitative study, therefore nothing can be concluded about the statistical or clinical effects on a population level. In addition, the number of patients treatet was very small.

What this study can provide is insight into a very rare and unique treatment situation where traumatherapy, even in situations where there was no physical involvement in the traumatizing event, could be facilitated through craniosacral therapy, a mostly bodily oriented treatment. The most astounding aspect of this study was, that this approach was only chosen for patients were traumatherapy had come to a point, where the therapists felt, they were not able to achieve any progress, which means, only in very severe cases where all other approaches failed. In almost all cases, the inclusion of a craniosacral therapist led to a breakthrough in psychotherapy.

From a clinical point of view, these results, even though they are „single cases“ are remarkable and should be followed up with systematic clinical research. Personally as a neuroscientist, I was fascinated even by these somewhat anecdotical cases, because they support my view that there is no such thing as „psycho“ – „somatics“. The craniosacral therapist was able to influence the psychological treatment in a very positiv way thus helping the patients and their therapist to continue with psychotherapy.
 
MORE INFORMATION ABOUT OUR ONLINE CONFERENCE 2021 YOU CAN FIND HERE
 

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