OMT bei Pankreatitis: eine randomisierte kontrollierte Studie

DE-79-OMT-Pankreatitis

 

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), oft Folge von exzessivem Alkoholkonsum oder Gallensteinleiden, wird in der Regel mit Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz therapiert, um die Enzym-Sekretion zu minimieren. Außerdem werden die Patienten intravenös mit Flüssigkeit und mit Analgetika versorgt. Es kommt häufig zu Komplikationen und die Sterblichkeitsrate kann hoch sein. Typische Symptome sind Schmerzen im mittleren Epigastrium, die oft in den Rücken ausstrahlen und im Verlauf zunehmen, hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen. Die Verweildauer im Krankenhaus liegt im Durchschnitt bei 5 bis 10 Tagen und die Entlassung erfolgt meist erst, wenn eine orale Nahrungsaufnahme wieder möglich ist und die Schmerzen tolerabel oder verschwunden sind.

Die Ziele einer osteopathischen Behandlung von Patienten mit Pankreatitis sind zum einen eine bessere arterielle Versorgung , eine Verbesserung der lymphatischen und venösen Drainage sowie die Normalisierung der viszerosomatischen und somatoviszeralen Aktivität. Es wird angenommen, dass eine Optimierung dieser Faktoren die andauernde Freisetzung proteolytischer Enzyme unterbrechen kann und dadurch die Heilung des Gewebes beschleunigt wird.

In der vorliegenden Studie teilten die Autoren Patienten mit Pankreatitis randomisiert in zwei Gruppen ein. In der Interventionsgruppe erhielten die 6 Patienten zusätzlich zu ihrer Standardversorgung täglich eine 10- bis 20-minütige Behandlung aus dem Osteopathic Manipulative Treatment (OMT) während ihres gesamten Krankenhausaufenthaltes. Die 8 Patienten der Kontrollgruppe erhielten nur die Standardtherapie.

Die OMT- Behandlung wurde nach einer initialen 40-minütigen individuellen Diagnostik nach einem Standard-Protokoll durchgeführt und beinhaltete myofascial Release, Weichteil- und Strain-Counterstrain- Techniken.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Patienten der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant kürzere Zeit bis zur Entlassung im Krankenhaus verbrachten (mittlere Reduktion von 3,5 Tagen), obwohl es keine signifikanten Unterschiede in der Zeit bis zur Nahrungsaufnahme oder dem Gebrauch von Schmerzmedikation gab.

Durch das kleine Patientenkollektiv ist die Aussagekraft dieser Ergebnisse eingeschränkt. Dennoch ist die positive Tendenz eindeutig, sodass abgeleitet werden kann, dass sich eine zusätzliche Behandlung mit Osteopathic Manipulative Treatment positiv auf die Krankenhausverweildauer von Patienten mit Pankreatitis auswirken kann.

 

Referenz: Radjieski JM, Lumley MA, Cantieri MS. Effect of osteopathic manipulative treatment of length of stay for pancreatitis: a randomized pilot study J Am Osteopath Assoc. 1998 May;98(5):264-72.

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