Osteopathische Betrachtungsweise des Schleudertraumas

Titelbild - Osteopathische Betrachtungsweise des Schleudertraumas

Ein systematischer Literaturüberblick von Corina Dertinger (B.Sc. Ost)

Hintergrund:
Schleudertrauma-Verletzungen (Whiplash Associated Disorders, WAD) sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet und gehen teils mit komplexen und schwer diagnostizierbaren Symptomen einher. Ein Goldstandard für die Diagnostik und Therapie von Schleudertraumata existiert jedoch bislang nicht. Viele Betroffene leiden unter langwierigen Beschwerden, die schwer behandelbar sind. Dies kann sowohl gravierende persönliche Konsequenzen als auch weitreichende volkswirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen.

Methodik:
Die vorliegende Arbeit bietet einen systematischen Literaturüberblick über den aktuellen Stand der osteopathischen Forschung zu WAD. Hierzu wurden Datenbanken, Suchmaschinen und Journale nach osteopathischen Erklärungsmodellen und Behandlungsempfehlungen bei WAD I-III durchsucht und Studien mit klinischen osteopathischen Erfahrungen gesammelt. Die erfasste Literatur wurde systematisiert und kritisch diskutiert.

Ergebnisse:
Vier Autoren beschreiben verschiedene Ursache-Wirkungs-Mechanismen im Sinne der Ganzkörperverletzung sowie erfahrungsbasierte osteopathische Behandlungsansätze für Patienten mit WAD. Acht von neun klinischen Studien mit unterschiedlichen Evidenzleveln erreichen nach befundorientierten osteopathischen Behandlungen eine signifikante Verbesserung der Schmerzsymptomatik.

Schlussfolgerung:
Angesichts des globalen Verletzungsmechanismus muss WAD als Ganzkörperverletzung betrachtet werden. Das Unfallgeschehen führt zu Symptommanifestationen, welche durch osteopathische Behandlungen im akuten, subakuten und chronischen Fall erfolgreich schmerzwirksam behandelbar sind. Es besteht wenig Literatur und dringender klinischer Forschungsbedarf, diese erfolgreiche Therapieoption weiter zu untersuchen.

Bild: Andres Meyerson (Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

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